Obwohl oder vielleicht gerade weil sich in diesem Früh-Sommer gutes Wetter so rar machte wie
selten, sind eine Menge G&B-Leser und Leserinnen sehr fleißig gewesen, um der Gitarre, die in
der balearischen Sonne gebaut werden soll, ihr persönliches Gesicht zu verleihen. Mehr als 350
Einsendungen, verpackt in Papprollen und gefütterte Umschläge, blockierten zuletzt die Büros
der G&B-Redaktion. Jetzt sind die Würfel gefallen: Wir haben in einer schweißtreibenden Aktion
16 Gitarren-Entwürfe ausgesucht, aus denen nun unsere Jury das Sieger-Designs ermittelt.

An dieser Stelle möchten wir uns bei allen Einsendern bedanken,die sich viel Mühe gemacht
haben um dabei zu sein. UnsereVorgaben besagten ja, dass neben dem ausgefüllten Fragebogen,
durch den die Spezifikationen der FDG (= Formentera Dream Guitar, sprich: Eff-Di-Dschi) festgelegt
werden, eine Skizze von Korpus und Kopfplatte in Originalgröße eingeschickt werden sollte.
So kam z. B. der gute Mann, der uns seine Entwürfe von sogenannten Steh-Gitarren zuschickte,
nicht darum herum, riesige Plots in Lebensgröße anzufertigen. Andere haben sich gar die Mühe gemacht,
professionelle Präsentationen in Form von gebundenen Katalogen (!) abzuliefern. So präsentierte fast
jede Papprolle, fast jeder Umschlag eine große Überraschung für uns – und auch wenn die meisten
durch das Raster fielen und nicht zu den 16 Endkandidaten gehören, sei ihnen Dank, Anerkennung
und unser Respekt sicher – Hut ab!
Sieht man sich solche vielen Entwürfe an, bleiben natürlich einige Eindrücke
hängen. So war schon auffällig, wie wenig Fender-typische Designs unter den Einsendungen
waren. Der Eindruck der letzten 16, unter denen ja einige Designs von Fender
inspiriert waren, täuscht da also etwas über den Gesamteindruck hinweg.
Vielmehr gab es unzählige Les-Paul-Varianten, also Solidbodies oder Semiacoustics
mit einem Cutaway und eingeleimtem Hals. Wenn uns auch klar war, dass solche Gitarren
(natürlich) gut funktionieren, haben wir bei der Auswahl dennoch mehr auf eigenständigere
Ideen Wert gelegt, denn das ist letztendlich auch der Sinn eines solchen Wettbewerbs. Fast
ebenbürtig, was die Anzahl der Einsendungen betraf, waren Designs im Metal-Gothic-Trash-
Stil, also wild geschwungene Korpushörner mit teilweise nicht zu realisierenden
barocken Schnörkeln und Linienführungen. Immerhin eins dieser Zackenbarsch-Designs,
das in sich stimmig erschien, hat den Sprung unter die letzten 16 geschafft. Ganz besonders
angesagt scheinen semiakustische, bzw. halbmassive Konstruktionen zu sein, denn durch
gefräste Hohlkammern wird nicht nur ein geringeres Gewicht versprochen, sondern
auch ein luftiger, transparenter Klang, der z. B. mit einem zusätzlichen Piezo-Pickup mit
akustisch klingenden Komponenten verfeinert werden kann. Viele Teilnehmer entschieden
sich denn auch für eine Kombination aus Magnet-Tonabnehmern und Piezo.
u n d j e t z t ?
Alle Entwürfe, die das Finale erreicht haben, werden nun einer Experten-Jury vorgestellt,
bestehend aus:
• Paul Reed Smith (PRS, USA)
• Claudio Pagelli (Pagelli Guitars, CH)
• Nik Huber (Nik Huber Guitars, D)
• Frank Deimel (Deimel Guitarworks,D)
• Jörg Tandler (Morgaine Guitars, D)
• Atze Gölsdorf (Duesenberg, D)
• Ekki Hoffman (Formentera Guitars, E/D)
• Holger Obenaus und Norbert Zucker (Guitar Gourmet, D)
Dieter Roesberg, Heinz Rebellius und Florian Erhart (G&B, D)
Die 16 Entwürfe werden auch auf www.gitarreundbass.de zu sehen sein. Das Sieger-Design
stellen wir in Ausgabe 09 vor. Gleich anschließend wird die Gitarre von Mitarbeitern der
G&B-Redaktion auf Formentera eigenhändig gebaut, anschließend in Gitarre & Bass ausführlich
vorgestellt, von kritischen Kollegen getestet und dann dem Sieger des Design-Wettbewerbs
feierlich überreicht. ■





