Die Party ist noch nicht vorbei. - Stern
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Der Migjorn-Strand, zum Beispiel, sieht ein bisschen wie Sylt aus, mit seinen abgezäunten Dünen und Laufwegen aus Bohlen. Und der Pirata-Bus auf seiner Mitte erinnert entfernt an Herbert Secklers Dünenlokal Sansibar in Rantum auf der Nordseeinsel, wie es früher war. Die Gäste nicht mehr ganz jung. Männer in schnittigen Khaki-Shorts, die Boot sschuhe ohne Strümpfe, wie es sich gehört. Schüttere Haare, die im Wind Stellen freigeben, welche demnächst gänzlich kahl sein werden. Frauen mit Nachwuchs, der offenbar auf den letzten Drücker entstanden ist.
Inselexpertengespräche. Wer sich am Pirata-Bus trifft, jedenfalls in den In-Monaten Mai und Oktober, war schon öfter hier. Manch einer schon seit Jahrzehnten. So ein Formentera-Aficionado kennt die Insel und ihre Storys rauf und runter. Etwa die von dem deutschen Sexfotografen mit einem Faible für sehr, sehr junge Dinger. Einheimische ließ er nicht aus, weshalb plötzlich seine Bude in Flammen stand. Möbel, Geräte, Sexfotos, alles hin. Jetzt lebt er im Exil auf Ibiza und traut sich nur mal auf einen Abstecher zurück. Oder die Nummer mit Dirk, den ein quer durch die Kneipe labernder Handymann ("Geile Insel hier, tolle Weiber!") derart erboste, dass er dessen Telefon in einem günstigen Moment ins Bierglas plumpsen ließ. Dann das Drama mit der Geschäftsfrau, die einen smarten, leider mittellosen Beau kennen lernte. Der wollte mit ihr das große Rad auf Tonga drehen. Sie holte einen Sack Geld aus Germanien, er fuhr noch rasch zum Zahnarzt nach Mallorca - sagte er. Nicht mal angezeigt habe sie ihn, heißt es.